Haye Hamkens, „Trojaburgen“

Germanien, 1934, S. 359–365

Troytowns Englische Flagge

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Trojaburgen

Haye Hamkens

Es ist durchaus gebräuchlich, von einem Labyrinth zu sprechen, – ohne daß in den meisten Fällen mehr dahinter steht als eine etwas unbehagliche Erinnerung an die Schulstube. Vielleicht verdichten sich die blassen Erinnerungen noch zu Namen wie „Theseus“, „Ariadne“ und „Minotauros“. Aber dann ist in den meisten Fällen endgültig Schluß. Von der Verbreitung der Labyrinthe, Irrgärten, Wenderinge, Schnecken, Wurmlagen, Trojaburgen, und wie die Namen sonst noch alle lauten, ist so wenig bekannt wie von den Namen selbst.

Die bekannteste Trojaburg ist Wohl die von Wisby auf der Insel Gotland (Abb. 1,3) obwohl sie allein auf der Insel noch drei weitere Schwestern hat. Sie ist mit fußbreiten Windungen aus etwa kopfgroßen Feldsteinen gelegt worden und verdankt der Sage nach ihre Entstehung einer Königstochter, die von Räubern unter dem Galgenberg gefangen gehalten wurde. Sie hat jeden Tag einen Stein an den ändern gelegt, bis bei ihrer Befreiung die Trojaburg fertig war. – In dem jetzt an Dänemark abgetretenen Nordschleswig liegt bei Wisby, unweit Tondern, ein Erdwerk, das heute noch den Namen Troiburg führt. Eine nicht sehr weit davon entfernte Höhe ist der Galgenberg, dessen Name dort oben selten ist. – Bei Tondern selbst bilden alte Stiche einen Rantzauschen Besitz ab, der als „arx troiburgum“ bezeichnet wird und ebenfalls an einem Galgenberg sich befindet. In unmittelbarer Nähe dieser beiden Troiburgs liegt Gallehuus, das durch die dort gefundenen Goldhörner bekannt geworden ist. – Der Galgenberg von Meldorf in Dithmarschen ist heute noch eine Spirale. – Und die Trojaburg von Steigra (Abb. 1,4 u. 2–5), von der noch weiter unten die Rede sein wird, ist wie die nordschleswigsche 5 km von einem Galgenberg entfernt, nämlich dem von Burgscheidungen an der Unstrut, an welchem Orte nach Widukind von Corvey die Sachsen im Jahre 530 eine Irminsäule errichteten, als sie die Thüringe besiegt hatten (Widukind, res gestae sax I, 12). – Eine weitere deutsche Trojaburg hat in Graitschen bei Camburg (Abb. 1,5) südlich Naumburg, gelegen. Von ihr ist nur noch die Erinnerung vorhanden, festgehalten in dem Ortswappen, das eine Trojaburg zeigt. – Auch die Mark Brandenburg kannte ähnliche Anlagen, die dort „Jekkendanz“ oder „Wunderberg“ geheißen wurden. Der Eberswalder Wunderberg führte außerdem noch die Bezeichnung „Zauberkreis“. – Weiter kennen wir Trojaburgen aus Island, wo sie „Wielandshäuser“ heißen, – aus Dänemark, Norwegen und Schweden, wo die Benennung „Trojaburg“ allgemein ist, – aus Lappland, Finnland, den nördlichen Teilen Rußlands, von den Ufern und Inseln des Weißen Meeres. In Rußland heißen sie „Babylon“, in wälischer Sprache „Caer-Droia“, in England „Troitowns“, „Walls of Troy“, „Himmelsweg“ und „Jerusalems Pfad“. Den letzten Namen wendet auch Frankreich an: „Chemins de Jerusalem“. Aus der griechischen Götterwelt stammt der Name „Labyrinth“. Die kretischen Trojaburgen als Münzbild (Abb. 1,1) gehen zurück auf das Heiligtum des Stiergottes Labrynthios, dessen Zeichen die Doppelaxt war (griechisch: labrys = Doppelaxt). Schließlich kennen wir auch aus Ägypten Trojaburgen, deren bekannteste um 2200 v. Zw. von König Amenemhat III. bei dem Möris-See als Heiligtum des ganzen Reiches angelegt wurde.

Ernst Krause führt zu dem Namen Trojaburg das altdeutsche „drajan“, das gotische „thraian“, das keltische „troian“ und das mittelenglische „throwen“ an. Dazu kommen weiter das angelsächsische „thrawan“, das niederländische und plattdeutsche „draien“, das dänische „dreje“, schwedisch „dreja“ und das englische „throe“. Alle diese Worte bedeuten „drehen“ und werden bezogen auf die Drehungen und Windungen der Anlage. – Vielleicht ist auch der märkische „Wunderberg“ verderbt aus einem älteren „Wenderberg“, so daß das Wort „wenden“ zugrunde läge. – Es gehört weiter das niederdeutsche {360}

„Traaje“ hierher. Es bezeichnet eine ausgefahrene Wagenspur, ein „Geleise“, und es wird auch neuerdings durch „Spoor“ = Spur ersetzt. Als Tätigkeitswort besagt es „in der Spur eines anderen fahren“. In der Aussprache verwandelt sich das doppelte A wie in den nordischen Sprachen zu einem fast reinen O, so daß also „traajen“ wie „trojen“ ausgesprochen wird. Danach würde also diese Ableitung sich auf die in die Erde gegrabenen oder mit Steinen gelegten „Spuren“ beziehen, denen man beim Betreten der Trojaburg folgen muß. Beim Anblick der in den Rasen gestochenen Windungen, die wie eine ausgefahrene Wagenspur aussehen, ist die Verwandtschaft nicht von der Hand zu weisen.

Typen von Trojaburgen
Abb. 1
Über die zeitliche Ansetzung der Trojaburgen ist lebhaft gestritten worden. Der Finne Dr. Aspelin setzt die Trojaburgen in die Bronzezeit, während der russische Forscher Jelissejew sie für noch älter hält. Dr. Nordström-Stockholm vertrat die Meinung, daß es sich um christliche Anlagen handeln müsse, die aus der Kirche in späterer Zeit ins Freie verlegt wurden. Er begründet diese Auffassung mit der Tatsache, daß sich in vielen alten italienischen und französischen Kirchen solche Irrgärten als Steinteppich finden. Trotzdem liegt hier ein Irrtum vor; denn schon Plinius berichtete in seiner Historia naturalis Liber XXXVI, 12, 19 von im freien Feld liegenden Trojaburgen in Italien. Auch die griechischen und ägyptischen Labyrinthe sind wesentlich älter als die christliche Kirche. Und es erscheint abwegig, daß diese Dinge entwickelt haben sollte, die in der christlichen Religion {361} keine Stütze finden. – Tatsächlich hat die Kirche die Trojaburgen wohl wie manches andere übernommen, das sie trotz des besten Willens nicht unterdrücken konnte. Dafür sprechen beispielsweise auch die merkwürdigen Gewölbezeichnungen in der Dorfkirche von Räntmaki in Finnland (Abb. 1,2) Sind die in den Kirchenboden eingesetzten Labyrinthe zur Not noch als „Weg nach Jerusalem“ usw. zu erklären, so ist in diesem Falle jede Deutung dieser Art unmöglich. Denn in Räntmaki ist die Trojaburg an die Decke eines Gewölbes gezeichnet, mitten unter andere schon im Stil heidnisch anmutende Darstellungen. Es liegt also nur der eine Schluß nahe, daß hier ein vorchristlicher Brauch übernommen und umgedeutet wurde. In den Kreuzzugsjahren taucht dann der Name „Weg nach Jerusalem“ auf. In die gleiche Zeit gehört auch eine ostpreußische Sage von dem Deutsch-Herren-Orden: Die Ritter hätten vor ihren Burgen Irrgärten angelegt, die sie „Jerusalem“ nannten und täglich unter Lachen und Scherzen ihren Knechten im Kampfe abgewannen. Das hätten sie getan, um ihr Gelübde zu erfüllen, das sie zu unablässigem Kampf um die Befreiung Jerusalems verpflichtete. Soweit die Sage. Sie klingt nach wesentlich älteren Dingen und Bräuchen. Und es ist auch nicht anzunehmen, daß die Ritter sich mit den Trojaburgen befaßten oder sie gar anlegten. Viel wahrscheinlicher haben sie an die Stelle solcher Anlagen ihre Burgen und Kirchen gebaut, wie ja fast alle alten Kirchen und Klöster an ältere Kultorte der vorchristlichen Zeit gesetzt worden sind. – Nur eins ist der Kirche zuzuschreiben: die regelmäßigere und vollendetere Gestaltung der Irrgärten, die sich allerdings bei den aus Steinplatten gelegten kirchlichen Anlagen leichter erreichen ließ als bei den ausgestochenen oder aus Feldsteinen gelegten Trojaburgen der vorchristlichen Zeit. Wie kunstvoll manche der kirchlichen Labyrinthe sind, zeigt das im Jahre 1495 angelegte in der Quintinus-Basilika von St. Quentin (Abb. 1,6) Die aus 2200 Steinplatten gebildete Anlage hat als Grundform zwölf um einen Mittelpunkt liegende Ringe. Durch Verschiebung von nur 47 Platten wurde daraus ein kunstvoller Irrgarten (Möller-Fernau, „Kosmos“, 1932, Seite 307).

Freilich änderte sich dabei das Bild der Trojaburg sehr wesentlich. Allen alten Anlagen, ob in Griechenland oder Skandinavien, ist nämlich gemeinsam, daß die Ringe zwar einen gemeinsamen Mittelpunkt haben, daß sie aber keine genauen Kreise sind, so daß der Mittelpunkt etwas nach unten verschoben wird. – Es kann als gesichert angesehen werden, daß die verschiedenen Windungen der Trojaburg den Sonnenweg des Jahres versinnbildlichen sollen. Auch die Zwölfzahl der einzelnen Ringe spricht dafür; denn es gibt nur wenige Burgen mit anderer Einteilung. Die waagerechten Arme des deutlich sichtbaren Kreuzes sind dann vielleicht als Kimming, als Horizont anzusprechen, so daß die mannigfach verschnörkelten und etwas gedrückten Schlingen darunter den unterirdischen Sonnenweg (während der Nacht) darstellen. Vielleicht leitet sich daher auch der Verruf der Kreuzwege, der ebenfalls auf heidnische Gründe zurückgehen muß, weil es sonst gänzlich unverständlich ist, daß das heilige Zeichen des Christentums in diesem Falle Platz des Teufels fein soll. – Der Kreuzungspunkt wird oft mit einem Stein belegt oder bei den in den Rasen gestochenen Anlagen als viereckiger Block herausgeholt. Auf ihm faß die gefangene Jungfrau, die befreit werden muß, wie wir es von manchem heute noch geübten Brauch kennen. Etwas davon hat auch das bekannte Kinderliedchen: „Mariechen saß auf einem Stein…“ noch bewahrt. Aus zahlreichen Sagen und Märchen wissen wir, daß Verzauberte in Stein verwandelt oder in einen Felsen gebannt werden. – Es ist also nicht zuviel vermutet, wenn angenommen wird, daß die Sonne als Jungfrau auf den Stein gebannt wird, von einem Drachen, dem Winter bewacht, und daß ein Ritter als Frühling sie befreit. Daß diese Kämpfe sich oft in der Dunkelheit oder unter der Erde abspielen, verstärkt die Annahme. – Denn regelmäßig steht mit der Trojaburg die Sage von einer gefangenen und befreiten Jungfrau in Verbindung, wie schon bei der Wisbyer Anlage kurz erwähnt wurde, wo die Jungfrau sogar als Erbauerin der Wurmlage auftritt. Daß {362} sie unter dem Galgenberg gefangen gehalten wurde, wie auch andre Trojaburgen in der Nähe des Galgenberges liegen, läßt auch auf vorchristliche Entstehung und demgemäß eine Satanisierung schließen.

Die Trojaburg von Steigra, Blick nach Norden, vom Hügel aus
Abb. 2
Die zahlreichen deutschen Sagen von dem Drachenkampf um die Jungfrau dürfen wohl als bekannt vorausgesetzt werden, ebenso die Märchen. Am ausgeprägtesten ist die Siegfriedsage mit dem Drachenkampf, dem Einritt in die Zwingburg und der Befreiung Brynhilds aus dem Zauberschlaf. – Nach der ältesten Form der griechischen Trojasage tötet Herakles vor den Toren Trojas den Drachen und erlöst Hesione. – Ähnlich erlöst Perseus Andromeda von dem Meerdrachen. – Theseus überwältigt in dem kretischen Labyrinth den Minotauros. Aus den Irrgängen findet er mit Hilfe eines Garnknäuels heraus, das ihm Ariadne gegeben hat. – Einen Drachenkampf berichtet auch Frobenius in seinen Kabylen-Märchen (Atlantis II, Seite 183, Nr. 20). Dort steht der Drachentöter noch innerhalb der Steinsetzung. Einen zweiten siebenköpfigen Drachen tötet er bei der schlafenden Jungfrau in einer Burg (thraja). Das Garnknäuel ist hier geteilt in ein schwarzes und ein Weißes, das zwei Männer auf- und abwickeln, um Tag und Nacht damit herbeizuführen. – Nach der bulgarischen Legende kämpft auch der Ritter Georg vor den Toren Trojas mit dem Drachen, als er die Jungfrau befreien will.

Als Volksbrauch wird der Drachenkampf heute noch in Deutschland, Österreich, England und Frankreich begangen. Oft ist auch noch die Befreiung einer Jungfrau damit verbunden, die als Maikönigin usw. benannt wird. Selbst das Bad im Drachenblut lebt in abgeschwächter Form weiter; denn bei etlichen dieser Bräuche sucht man das verströmende „Drachenblut“ mit Tüchern aufzufangen. – Wie alt die Spiele sind, geht aus Hand-{363}{Abb. 3, 4, 5}{364} schriften des 14. Jahrhunderts hervor, die das „Wurme spil“ erwähnen. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts wird den Schülern Magdeburgs der „ludus draconis“ verboten. Und wenn Hans Sachs einen neuen Text für das Drachenspiel dichtet, so läßt das auf ein Zersingen des alten schließen. Und das dauert sehr lange. – Besonders häufig tritt in den Sagen und Bräuchen der Heilige Georg auf, der aber fast immer als „Ritter“ Georg benannt wird. Vielfach werden die Feste auch an seinem Tage, dem 23. Oster/April, begangen. Und es ist ohne weiteres anzunehmen, daß die vielen Maispiele, Maitänze, der Ritt um den Maipfahl, die Wahl von Maikönig und -königin mit seinen Festen in Zusammenhang stehen. Oft wird an der Verschiebung und an dem Zerreißen der Feste die Einführung der christlichen Festtage an Stelle der alten schuld sein, oft auch der Wechsel zu dem heutigen Kalender. Weiter aber deutet viel darauf hin, daß auch der Beginn des Mai-Monats zwölf heilige Nächte kannte, ähnlich wie der Jahreswechsel. Der heute noch so genannte „alte Maitag“ endet mit den drei Eisheiligen, wie auch, die winterlichen zwölf Nächte mit den Heiligen Drei Königen. So ist also auch die Möglichkeit vorhanden, daß alle diese Spiele ein großes Ganze waren, das mit dem Georgstage begann und sich um und in der Trojaburg abspielte. – Krause bringt nun mit den Maitänzen in den Trojaburgen auch die Morristänze zusammen. Tatsächlich ist das Gebiet, in dem die Tänze zu Hause sind, die Landschaft um Whitby in der Grafschaft Yorkshire. Aber der Heilige Mauritius (= morris) hat seinen Tag am 22. 9. Trotzdem können aber die Tänze mit den Trojaburgen insofern zusammenkommen, als Mauritius und der Drachenkämpfer Michael (29. 9.) das winterliche Gegenspiel zu dem Ritter Georg sind. Wie dieser die Sonne im Frühjahr befreit, so nehmen die beiden Herbstheiligen sie gegen Ende des Sommers in ihre Obhut. Das Widerspiel Sommer und Winter Prägt sich ja in vielen Bräuchen und Sitten aus. So ähneln sich auch Faschings- und Kirmesbräuche, so steht der winterlichen Tanne zu Weihnachten der Maibaum und die Pfingstbirke gegenüber. – Weiter würden dazu aber auch die Zeichen der alten Kalender auf den Gallehuushörnern stimmen, die als Mai eine lang ausgestreckte Schlange ausweisen, während der Herbst durch eine zur Wurmlage aufgerollte bezeichnet wird. – Auch der Heilige Quiutinus hat seinen Tag im Herbste, am 4. 10.

Vielleicht stehen in Zusammenhang mit der auch als „Schnecke“ bezeichnten Trojaburg die Schneckenhäuser, mit denen die Narros ihre Hüte benähen, ebenso das bei manchen Volksbräuchen übliche Schneckenessen. – Auch der Benediktentag, 21. 3., hat Verbindungen zur Trojaburg. Denn in den Bauernkalendern ist sein Zeichen eine Wurmlage, die aus einem mit neun Halbkreisen verzierten Gefäß kommt. Neuerdings wird sie zum Bischofsstab umgezeichnet.

Erwähnt werden mag auch noch, daß gelegentlich das ausgehende Mittelalter die Trojaburg als Sinnbild der menschlichen Art und des menschlichen Wesens benutzte. Wenigstens dürsten die Gemälde, die als Stickerei oder Schmuck auf der Brust des Dargestellten einen Irrgarten zeigen, kaum anders zu deuten sein. Bekräftigt wird diese Annahme noch dadurch, daß gelegentlich der Porträtierte ausdrücklich mit dem Finger auf das Labyrinth weist.

Die einzige, meines Wissens in Deutschland noch erhaltene Trojaburg ist die bei Steigra, einem Dorfe zwischen Querfurt und Freyburg an der Unstrut. Sie blieb bis auf den heutigen Tag bestehen, weil alljährlich um die Osterzeit die Bauern die Ringe neu ausstechen. – Wie die im Wappen von Graitschen erhaltene Trojaburg als eine Erinnerung an die Schwedenzeit bezeichnet wird, so heißt auch die von Steigra „Schwedenring“, obwohl ganz sicher in beiden Fällen keineswegs Gustav Adolfs Schweden als Urheber in Frage kommen. – Von den einst hier geübten Bräuchen ist keine Erinnerung mehr vorhanden. Aber es ist nicht falsch, von anderen ähnlichen Anlagen auf das hier heimisch gewesene Brauchtum zurückzuschließen. Und da erscheint es auffällig, daß in der Umgebung {365} Steigras, bis nach Merseburg herüber, der Ritter Georg eine große Rolle spielt. Mehrfach sind an den Kirchen Darstellungen des Ritters oder seines Kampfes mit dem Drachen. Eine stark verwitterte befindet sich auch an der Querfurter Burg. Die Kirche von Steigra ist dem Sanct Georg geweiht, und der Gasthof führt den Namen „Zum Ritter Georg“. Nimmt man dazu die schon erwähnte Übung, um Ostern die Ringe neu auszustechen, so liegt der Schluß nahe, daß auch hier einst feierliche Frühliugsbräuche begangen wurden. – Wenn auch von den Bräuchen und Spielen, denen die Trojaburg bei Steigra einst diente, nichts mehr erhalten ist, so ist doch Grund genug, dem Dorfe für die unerschütterliche Treue zu danken, mit der es heute noch seine Burg hütet und Pflegt und damit dieses einzigartige Denkmal der Vorzeit bis in unsere Tage herüberrettete.